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Naturvölker

Altes Wissen – Naturvölker

In der Volksmedizin des südamerikanischen, afrikanischen und asiatischen Kontinents ist die heilende Wirkung enzymhaltiger Früchte seit Jahrhunderten bekannt. Es sind vor allem die Ananas und die Papaya, die eine lange Geschichte als Heilpflanzen haben.

Die Ananas enthält das Enzym Bromelain. Bereits die Naturvölker wussten, dass sich die höchste Enzymkonzentration in den Blättern der Ananas und im Strunk der unreifen Frucht befindet. Karibische Indianer tragen die frische Paste aus unreifen Ananasfrüchten und Blättern auf Verrenkungen und Verstauchungen auf, um die Verletzung des Gelenks schnell wieder zu kurieren. Der Verzehr der unreifen Ananas wirkt harntreibend und abführend. Sie fördert den Menstruationsfluss und tötet Würmer im Darm. Die reife Ananas dagegen regt die Darmtätigkeit an und hat insgesamt eine mildere, den Körper reinigende Wirkung. Auf Malaysia und den Ostindischen Inseln kennt man diese Wirkungen ebenfalls. Die Ananas wird dort zusätzlich bei Halsentzündungen, Kehlkopfentzündungen und Ödemen verabreicht.

Die Papaya enthält das Enzym Papain. Ähnlich wie bei der Ananas sind auch bei der Papaya die für den menschlichen Gaumen ungenießbaren Teile, der Milchsaft aus Rinde und unreifer Frucht, diejenigen mit der stärksten Enzymkonzentration. So berichtete Diego de Landa, der erste Bischof von Yucatán zu Beginn des 16. Jahrhunderts, der Milchsaft aus der Rinde und aus den grünen Früchten heile Durchfälle und Asthma und reinige den Darm. Auch in Süd-Ost-Nigeria erhalten Patienten mit Verdauungsstörungen oder Menstruationsbeschwerden unreife Papayafrüchte. Die Yunani-Medizin der Amazonasindianer verwendet die Papaya unter anderem, um die Nierenfunktion anzuregen, Entzündungen, Hauterkrankungen, Fettsucht und Hämorrhoiden zu behandeln. In China hat sich sie sich als „Frucht des langen Lebens“ einen Namen gemacht.