Enzyme sind aus Ketten von Aminosäuren zusammengesetzt. Unter dem Mikroskop sehen sie wie schlecht aufgewickelte Wollknäuel aus. Tatsächlich ist ihre Form jedoch nicht zufällig, sondern von der Zusammensetzung der Aminosäuren bzw. ihrer Reihenfolge in der Kette bestimmt. Auf diese Weise gibt es eine unüberschaubare Vielzahl unterschiedlicher Enzyme, aber es ist zugleich sichergestellt, dass Enzyme gleichen Aufbaus immer die gleiche Form haben und sich immer von Enzymen anderer Bauart unterscheiden.

Enzyme sind „substratspezifisch“ und funktionieren nach dem „Schlüssel-Schloss“-Prinzip. Das bedeutet: Die Form und Struktur des Enzym-Körpers ist entscheidend für die Funktion des Enzyms. Denn sie sorgt dafür, dass jedes Enzym nur mit jeweils einem bestimmten anderen Stoff (Substrat) interagieren kann, der die entsprechende ergänzende Passform hat. Bei der Interaktion bilden das Enzym und das zu ihm passende Substrat einen Komplex. Durch diese Komplexbildung wird das Enzym in die Lage versetzt, seine spezifische Reaktion zu katalysieren. Anschließend wird es unverändert wieder freigesetzt und kann eine Vielzahl gleicher Reaktionen fördern.

Auf diese Weise ermöglichen Enzyme zahllose Stoffwechsel-Prozesse des Körpers, von der Verdauung bis zur DNS-Replikation.

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