Schon im Alten Testament findet sich eine frühe Erwähnung von Enzymen, genauer gesagt: Von ihrer Wirkung. Es wird beschrieben, wie eine Wunde durch das Auflegen eines Feigenpflasters geheilt wird (Jesaja Kapitel 38 und 2. Buch Könige, Kapitel 20). Heute wissen wir, dass das in Feigen reichlich vorhandene Enzym Ficin dafür verantwortlich gewesen sein dürfte. Dieses Beispiel zeigt jedoch, welche Rolle Enzyme schon damals im Leben der Menschen spielten. Auch das Vergären von Saft zu Alkohol oder die treibende Kraft der Hefe im Brotteig sind auf Enzyme zurückzuführen. Das Wort „Enzym“ bedeutet auch „in der Hefe“.

Geprägt hat dieses Wort 1878 der deutsche Wilhelm Friedrich Kühne, der die Verdauung des Menschen erforschte. Der Begriff löste den älteren Namen „Ferment“ ab, der von Louis Pasteur eingeführt worden war und sich immer noch in Ausdrücken wie „fermentieren“ wiederfindet.

Im 19. Jahrhundert wurde viel Grundlagen- und Entdeckungsarbeit zu Enzymen geleistet. Durch verschiedene Experimente mit Magensaft war mittlerweile bekannt, dass sich darin Stoffe befinden mussten, die es möglich machten, andere Substanzen zu verändern oder zu zersetzen. Louis Pasteur, dessen Namen man heute noch auf jeder H-Milch-Packung liest, unterschied diese Katalysatoren noch in verschiedene Klassen, die sich jedoch als unnötig herausstellten. Heute bezeichnen Enzyme in der Wissenschaft generell Biokatalysatoren. Das bedeutet, es sind Stoffe, die chemische Prozesse ermöglichen oder steuern, die unter den gegebenen Bedingungen sonst nicht ablaufen könnten.

Es dauerte noch bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts, bis es den ersten Forschern gelang, einzelne Enzyme zu isolieren und industriell nutzbar zu machen. Sehr schnell kamen auch die medizinischen Eigenschaften zur Anwendung. Als Pionier der Enzymtherapie zu Zwecken der Heilung und Behandlung Krebskranker gilt Prof. Max Wolf.

Wolf war Vertragsarzt der Metropolitan Opera in New York und Professor an der Fordham University, NY. Der Exil-Österreicher behandelte bereits in den 1940er Jahren in seiner Praxis die damalige High Society mit Enzymen. Zu seinen Patienten zählten im Laufe der Jahre Marilyn Monroe, Summerset Maugham, die Familie Kennedy und viele weitere Vertreter aus Kunst, Kultur und Politik. Um die Wirkung der Enzyme tiefer zu erforschen, gründete er das Biological Research Institute und stellte Helen Benitez, Biochemikerin und langjährige Leiterin des Labors für Zellkulturtechnik der Universität Columbia, als Mitarbeiterin an. Aus den Anfangsbuchstaben ihrer beider Nachnamen setzt sich das „Wobe“ in Wobenzym zusammen. Ihr Enzymgemisch erfreute sich bald so großer Beliebtheit, dass nur eine industrielle Fertigung den Bedarf decken und zugleich eine kostengünstigere Produktion möglich machen konnte. Wolf begann, sich nach Partnern umzusehen.

1959 traf Wolf auf Karl Ransberger, einen jungen Biologen und Kaufmann aus Deutschland. Mit Anfang 30 war dieser bereits Geschäftsführer von MUCOS Pharma. 1960 brachte er Wobenzym zunächst in Deutschland auf den Markt. Zwischen Ransberger und Wolf entwickelte sich sowohl eine geschäftliche als auch eine enge freundschaftliche Bindung, die bis zum Tod Wolfs im Jahr 1976 Bestand hatte. Wie MUCOS das Erbe Wolfs weiter pflegte, erfahren Sie hier.

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